Eine Welt, ein Herz

Wenn wir unser Herz und unseren Geist für andere öffnen, spielt es keine Rolle mehr, wo wir herkommen, wo wir leben, wie wir aussehen und woran wir glauben – dann feiern wir gemeinsam die menschliche Vielfalt.


Stellen Sie sich eine Welt vor, in der verschiedene Perspektiven, Kultu­ren und Werte nicht nur akzeptiert, sondern sogar gefeiert werden. Wir glauben fest daran, dass die menschliche Vielfalt verehrt werden sollte – es ist das, was die Menschheit zusammenhält. Haben Sie schon mal beobachtet, wie ein kleines Kind zum ersten Mal auf einen anderen Menschen trifft? Manchmal sind sie schüchtern, oft neugierig, aber niemals beurteilend. Sie hatten noch nicht die Zeit, Vorurteile zu entwickeln, die so häufig unser Leben einschränken können.

Und jetzt denken Sie daran, was uns passiert, wenn wir älter werden und die Unterschiede zwischen uns und den ande­ren bewusster wahrnehmen: Wir scheuen uns oft vor denen, die wir als „anders“ vermuten. Ohne es zu merken, stecken wir unser Gegenüber in Schubladen, die oft auf Meinungen basieren, die wir uns im Laufe der Zeit gebildet haben.

Wenn wir die Straßenseite wechseln, um eine Gruppe von Fremden zu meiden, wenn wir zu einer alten Person wie zu einem kleinen Kind sprechen, wenn wir bei einem Rollstuhlfahrer davon ausgehen, dass er auch kognitive Probleme hat – all das hält uns davon ab, unsere Unterschiede anzu­nehmen und zu feiern.

Aber wenn wir darüber hinausschauen, woher wir kommen, wo wir leben, wie wir aussehen oder woran wir glauben, dann erkennen wir, dass wir im Grunde nicht so verschieden sind – wir alle wollen glücklich sein, wir wollen ein sicheres Zuhause, wir wollen geliebt und respektiert werden, und wir alle wollen in einer friedlichen und sicheren Welt leben. Aber wie überwinden wir unsere anfänglichen Vorurteile?

 

Unsere vielfalt feiern

Unserem Gegenüber zeigen wir uns als Menschen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Mit unserer Intelligenz, unserem Alter, unserer Sprache, unserer Herkunft, unseren Moralvorstellungen, unserem Geschlecht und unserer Religion. Diese Einteilungen helfen uns dabei, uns selbst zu definieren und uns durch diese Welt zu navigieren.

Sie helfen uns auch, unsere Gemein­schaft zu finden – Menschen, die uns ähnlich sind und denen wir uns zugehörig fühlen. Denken wir mal an unsere Freun­de: Nicht wenige davon sind uns sehr ähnlich. Sie kommen oft aus der gleichen Kultur und teilen unsere Werte und Moral­vorstellungen.

Aber wir sind niemals nur eines dieser Dinge – unser Geschlecht, unser Alter, unsere Werte und Normen – sondern eine komplexe Kombination aus allem. Wenn wir das auch in anderen sehen können, dann öffnen wir unser Herz und unseren Geist für die Vielfalt dieser Welt. Der junge Mann mit den vielen Tattoos ist vielleicht ein Mathematiker, der in seiner Freizeit Yoga praktiziert. Und die Frau in der Burka ist eventuell eine Menschenrechtsanwältin.

Das können wir jedoch nur heraus­finden, wenn wir über unsere Vorurteile hinausschauen. Beginnen wir damit, neuen Dingen in unserem gewohnten Umfeld vorurteilsfrei gegenüberzutreten. Innerhalb unserer Komfortzone stellen wir uns der Herausforderung, Mitmenschen, Traditio­nen oder Dinge, die vermeintlich „anders“ erscheinen, mit Neugier und nicht mit Argwohn anzuschauen. Das Leben wird dadurch so viel reicher!