Die Bedeutung von Träumen und wie man sich an sie erinnert

Die Traumwelt fasziniert Zivilisationen und Intellektuelle seit jeher. Wir befassen uns mit der Geschichte, der Psychologie und der Bedeutung des Träumens.

Von Amy Lawrenson | 3. März 2025 | 3 Min. Lesezeit

Die Bedeutung von Träumen und wie man sich an sie erinnert

Seit es Menschen gibt, haben wir Träume. Machiel Klerk, unser Traumexperte, beschreibt Träume als eine Welt, in der man sich im Schlaf befindet. In dieser Welt ist der Geist wach, während der Körper schläft. Es handelt sich also im Wesentlichen um einen Bewusstseinszustand, der sich von dem unterscheidet, wenn Geist und Körper gemeinsam wach sind. Oft erinnern wir uns nicht an unsere Träume. Das liegt daran, dass Träume kaum Spuren in unserem Kurzzeitgedächtnis hinterlassen. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die denken, dass sie nicht träumen, ist es wahrscheinlicher, dass Sie sich nicht an Ihre Träume erinnern können. Tatsächlich träumen wir im Durchschnitt 6 Jahre unseres Lebens. 

Warum träumen wir? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, schauen wir uns zunächst die faszinierende Geschichte des Träumens an, bevor wir uns ein wenig mit der Wissenschaft und der Psychologie hinter unseren Träumen beschäftigen. In diesem Artikel verrät Klerk außerdem 5 Dinge, die jeder über das Träumen wissen sollte. Dazu gibt es einige nützliche Tipps, die Ihnen dabei helfen, sich an Ihre Träume zu erinnern und sie zu verfolgen.   

DIE GESCHICHTE DES TRÄUMENS 

Träume faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden bis in die heutige Zeit. In mesopotamischen Gesellschaften wie den Sumerern und Babyloniern in der Region des heutigen Irak wurde geglaubt, dass die Götter durch Träume mit den Menschen kommunizierten. Diejenigen, die Träume deuten konnten, spielten eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, da ihre Erkenntnisse häufig in die Politik und die Entscheidungsfindung einflossen.   

Die nordischen Völker andererseits glaubten, dass unser Leben vom Schicksal bestimmt wird, und unsere Träume unser Schicksal vorhersagen. Diese Traum-Vorahnungen waren ein häufiges Thema in der nordischen Mythologie. Der Gott Baldur zum Beispiel soll seinen eigenen Tod in seinen Träumen vorausgesehen haben. Trotz des Eingreifens seines Vaters Odin trat sein Tod so ein, wie es ihm im Traum erschienen war.  

Im alten Ägypten wurden Träume als Verbindung zum Jenseits und als Blick in die Zukunft verstanden. Der Bibel zufolge deutete Joseph (der mit dem bunten Mantel) den Traum des Pharaos, in dem eine siebenjährige Hungersnot vorhergesagt wurde, und beriet die Anführer bei der Planung, um eine Hungersnot zu vermeiden. Die Traumanalyse war extrem wichtig und das ägyptische Traumbuch, das auf das Jahr 1200 v. Chr. zurückgeht, enthält 108 Träume, ihre Deutung und die Angabe, ob sie Vorzeichen für gute oder schlechte Ereignisse sind. Diesem alten Text zufolge war es ein gutes Omen, vom eigenen Tod zu träumen, da dies als Zeichen für ein langes Leben betrachtet wurde. Und der Anblick einer Schlange bedeutete, dass ein Streit bald beigelegt sein würde.   

Auch im alten Griechenland und Rom spielten Träume eine wichtige Rolle. Träume galten von Natur aus als göttlich, und beide Gesellschaften verehrten einen Gott des Schlafes. Die Griechen verehrten Hypnos, während die alten Römer Somnus huldigten. Dessen Sohn Morpheus gehörte zu den Oneiroi, Verkörperungen von Träumen. Zusammen mit seinen Brüdern war er in der Lage, die Träume anderer zu beeinflussen. Mithilfe dieses Talents konnte er sich in die Träume von Königen und anderen Göttern einmischen.   

Träume gelten seit Langem als Spiegel unserer Seele und unserer innersten Gedanken. Im alten Indien und auch heute noch sind Träume ein Mittel, um den eigenen spirituellen Weg zu entdecken. In der neueren Geschichte erhielten Träume in der Renaissance eine symbolische und künstlerische Bedeutung. Künstler wie Leonardo di Vinci und später Salvador Dali spielten mit der Realität und bauten Elemente in ihre Werke ein.   

Verschiedene Traumarten und die wahre Bedeutung von wiederkehrenden Träumen – 5 Dinge, die Sie über Träume wissen sollten. 

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 TRÄUME UND PSYCHOLOGIE: DARUM SIND TRÄUME WICHTIG 

In jüngerer Zeit beeinflusste der Wunsch, den Geist durch Träume zu verstehen, die Entstehung der Traumwissenschaft und Psychoanalytiker wie Sigmund Freud und Carl Jung, deren Theorien auch heute noch für Psychotherapeuten von Bedeutung sind.   

Matthew Bowes aus Brighton in England, ein Psychotherapeut mit besonderem Interesse an Träumen, geht davon aus, dass Träume vor allem zwei Zwecken dienen: der Therapie oder der kreativen Problemlösung. „Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass eine der Hauptfunktionen von Träumen darin besteht, schwierige emotionale Zustände zu verarbeiten, unabhängig davon, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Eine Theorie lautet, dass wir über das träumen, was uns im Leben beschäftigt, und dass wir durch den Prozess des Träumens versuchen, den besten Weg durch diese Situation zu finden, indem wir aktuelle Erfahrungen mit vergangenen Erinnerungen vergleichen.“ 

Matthew Walker, Professor für Psychologie und Neurowissenschaften an der University of California, Berkeley, ist ebenfalls der Meinung, dass Träume eine therapeutische Funktion haben. „Man sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, doch meinen Forschungen zufolge, ist die im Traumschlaf verbrachte Zeit die heilende Kraft“, bemerkt Walker.  

Der Aspekt der kreativen Problemlösung ist eine beliebte Theorie unter Wissenschaftlern und Psychologen. Nicoline Douwes Isema ist Schlafexpertin aus den Niederlanden und Mitglied der International Association for the Study of Dreams. Sie sagt: „Wenn wir schlafen, ist der Geist frei von allen Ablenkungen der Außenwelt. Er hat Zeit und Raum, neue Verbindungen herzustellen und Emotionen zu erforschen, die wir tagsüber vielleicht übersehen haben. Träume sind ein emotionaler Spielplatz. Sie bieten einen einzigartigen Raum, in dem die emotionalen Zentren des Gehirns frei spielen können. So kann das Träumen Menschen helfen, sich an Veränderungen im Leben anzupassen und die emotionale Intelligenz zu verbessern.“  

Um mit Ihren Träumen zu arbeiten, müssen Sie sich natürlich an sie erinnern. In diesem Video verrät Ihnen unser Traumexperte Machiel Klerk 3 Tipps, die Ihnen genau dabei helfen. 

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Wir müssen uns nicht auf unsere Träume einlassen – doch wenn wir es tun, können sie uns helfen, ein besseres, kreativeres und glücklicheres Leben zu führen.  

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