Die Wissenschaft der Freundlichkeit und warum wir alle davon profitieren können

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als wäre die Welt ein rauer und erbarmungsloser Ort, ist es bei näherem Hinsehen gar nicht so schlimm. Auf der Website Random Acts of Kindness gibt es Geschichten von Menschen, die jeden Tag versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das kann im Kleinen anfangen. Freundlichkeit kostet nichts, sie ist einfach und positiv und dabei unglaublich machtvoll. Außerdem ist es wissenschaftlich erwiesen, dass sie gut für uns selbst, für andere und für die Welt ist. Gemeinsam können wir die Welt ein klein wenig freundlicher für uns alle machen. Und Sie können schon heute damit anfangen.

 

 

Tu etwas Gutes, wo immer du bist. Es sind all die Kleinigkeiten, die zusammen die Welt verändern.

Desmond Tutu

Freundlichkeit ist ansteckend

Sie hilft, ein Beziehungsnetzwerk aufzubauen, ob bei der Arbeit oder im Privatleben, das Ihnen ein verankertes und sicheres Gefühl gibt. Sollten Sie jemals ein Problem haben, ist es unwahrscheinlicher, dass Sie damit allein klarkommen müssen, wenn Sie eine gute Gruppe von Menschen um sich haben.

 

Das Wunderbare an der Freundlichkeit ist, dass sie das wohl einzige ist, dass sich verdoppelt, wenn Sie es teilen. Neurowissenschaftler verwendeten Neuroimaging, um zu zeigen, dass „Spiegelneuronen“ im Gehirn abgefeuert werden, wenn Sie sehen, wie jemand Gefühle und eine Geste zeigt. Diese ahmen dann dieses Gefühl in denselben Bereichen Ihres Gehirns nach. Wenn Sie sehen, wie jemand Schmerzen hat, aktiviert dies dieselben Bereiche des Gehirns, die auch aktiviert werden, wenn wir selbst Schmerzen haben. Genauso wie Sie gähnen müssen, wenn Sie sehen, dass eine andere Person gähnt. Also schon das Mitansehen einer Freundlichkeit einer anderen Person motiviert Sie dazu, auch freundlich zu sein.

 

Freundlichkeit ist gut für die Seele

Wenn Sie schlechte Laune haben, können Sie Ihre Laune heben, indem Sie freundlich zu anderen sind. Großzügigkeit aktiviert einen Bereich des Gehirns, der als Striatum bezeichnet wird und auf Dinge reagiert, die uns lohnenswert erscheinen, wie großartiges Essen oder ein fröhliches Lachen. Dieses Glücksgefühl wird auch produziert, wenn wir einer anderen Person helfen – das ist das so genannte Helper‘s High. Und denken Sie daran: Freundlichkeit ist exponentiell. Wenn andere Sie dabei sehen, wie Sie jemandem helfen, werden auch diese Menschen überschwemmt von den Wohlfühlhormonen, so dass es wahrscheinlich ist, dass diese Menschen dasselbe tun. Das ist die einzige Kettenmail-Aktion, an der jeder gerne teilnimmt.

 

 

Fakt ist, dass der Planet nicht noch mehr erfolgreiche Menschen braucht. Was der Planet dringend braucht, sind mehr Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten.

David W. Orr, Professor für Umweltstudien und Politik

 

Außerdem erhöht Freundlichkeit den Serotoninspiegel, was die Heilkräfte aktiviert, beim Entspannen hilft und für Wohlgefühl sorgt. Und den Dopaminspiegel, was zu Zufriedenheit und Wohlbefinden führt. Aus Studien geht hervor, dass Ihr Körper, wenn sie nur einen Akt der Freundlichkeit pro Tag ausführen, mit denselben Hormonen überflutet wird, so dass Sie und die Person, der Sie geholfen haben, ruhiger, gesünder und glücklicher werden. Sie beide fühlen sich belebter, haben weniger Schmerzen, mehr Selbstvertrauen und es könnte sogar Ihr Leben verlängern.

 

Freundlichkeit ist gut für Ihre Gesundheit

Ja, aus kardiovaskulären Forschungen geht hervor, dass Akte der Freundlichkeit gut für Ihre Gesundheit sind und sogar den Alterungsprozess Ihres Körpers verlangsamen können. Freundlichkeit hilft dabei, Oxytozin freizusetzen, das Entzündungen vermindert, den Blutdruck senkt und die Anwesenheit freier Radikale in Ihrem Herz-Kreislauf-System vermindert. Dieses Hormon führt auch dazu, dass Sie selbst mehr Liebe geben und sich geliebter fühlen.

 

Freundlichkeit vermindert außerdem Stress. Freundlichere Menschen haben 23 % weniger Cortisol (Stresshormone) im Körper. Das geht aus einer Studie aus dem Jahr 1998 hervor. Und außerdem wirken sich Akte der Freundlichkeit positiv auf Ihr Immunsystem aus, so dass Sie widerstandsfähiger werden, Ihre Laune sich bessert und Endorphine produziert werden, die im Körper als natürliche Schmerzdämpfer fungieren.

 

Und das ist noch nicht alles. Es gibt auch Hinweise darauf, dass das Verbreiten von Freundlichkeit den Menschen dabei hilft, ihr Leben als bedeutungsvoll anzusehen. Es gibt ein Gefühl für die Richtung, in die das Leben gehen soll und für die Ziele im Leben – also für ein erfülltes Leben – und das führt wiederum dazu, dass freundliche Menschen besser auf sich achten, gesünder leben, regelmäßig Sport treiben und gesünder essen.

Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.

Mark Twain

Wir alle brauchen so viel Freundlichkeit, wie wir bekommen können. Wir alle brauchen Rücksichtnahme in schlechten Zeiten. Suchen Sie also nach Möglichkeiten, sich selbst und anderen gegenüber freundlich zu sein. Auf diese Weise können Sie mit einem kleinen Einsatz viel bewirken.

 

Weitere Inspiration finden Sie in den Traditionen der Freundlichkeit, die wir von der koreanischen Kultur lernen können.

 

Laura Wabeke

Laura Wabeke

Übersetzerin, Redakteurin und Texterin Laura Wabeke ist fasziniert von Wörtern und den vielen innovativen Möglichkeiten, diese zu nutzen, um sich auszudrücken. Nach neun Jahren als Freiberuflerin – mit Erfahrungen in der Reisebranche, in Medienagenturen, in der Werbung und Buchbearbeitung – ist die betriebsinterne Texterin nun Expertin für Yoga, Meditation, Achtsamkeit und unsere Markenphilosophie, nach der Schönheit und Glück in den kleinsten Dingen zu finden sind.